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Schulhühner

Wie kommen die Hühner in die Schule?

Es ist ein Vormittag Ende April diesen Jahres. In der zweiten Klasse der Freien Waldorfschule herrscht gespannte Aufmerksamkeit. Alle Kinder sitzen im Kreis. Die Schülermutter Frau M. baut mit einigen Kindern einen seltsamen Kasten auf. In der Mitte stehen mehrere offene Eierpackungen mit Eiern. Sie kommen von unterschiedlichen Stellen und das Besondere: Sie sind höchstwahrscheinlich befruchtet! Der Kasten ist ein Brutautomat. Die Kinder legen die Eier vorsichtig hinein, nachdem über die unterschiedlichen Hühnerrassen gesprochen wurde. Die Temperatur von 37,5 Grad muss für die nächsten 21 Tage konstant bleiben mit einer hohen Luftfeuchtigkeit und ab und zu müssen die Eier gewendet werden. Dann ertönt ein Countdown der Kinder und bei Null schaltet die Lehrerin den Apparat an. Alle jubeln. Dann heißt es warten, warten, warten. Manch ein Kind glaubt gar, dass da gar nichts passiert in den Eiern, aber eine Weile später kommt Frau M. wieder in die Klasse und alle Kinder versammeln sich um die leise surrende Maschine. Sie bringt eine Lampe mit und die Kinder dürfen durch die Eier behutsam schieren, das heißt durchleuchten. Durch die Eierschale ist zu sehen, ob sich Blutgefäße gebildet haben. Einige schiere Eier, die scheinbar nicht befruchtet waren oder in denen sich kein Embryo gebildet hat, werden aussortiert. Um zu sehen, wie es in den Eiern aussieht betrachtet die Klasse ein Modell mit 21 Plastikeiern, in denen ein Bild mit dem entsprechenden Entwicklungsstadium des Kükens zu sehen ist. Jeden Tag gib es einen Veränderung. Die Spannung steigt zusehends und bei ihrem nächsten Besuch bringt Frau M. verschiedenfarbige kleine Säcke mit, in welche die Kinder hinein krabbeln. Darin können sich empfinden sie nach, wie sich die Küken in ihrer Eihaut im Ei fühlen. Der 20. Tag vergeht und die Spannung wächst. Am Morgen des 21. Tages, Mitte Mai ist es dann endlich so weit. Als die Kinder in die Klasse stürmen sitzt ein zerzaustes piepsendes Küken im warmen Brutautomat. Ein paar Tage vorher wurde bereits ein ausgedienter Meerschweinchenstall vorbereitet. Darin ist Einstreu, Kükenfutter und ganz wichtig: Die Wärmelampe. Da die Küken keine Glucke haben, unter deren Gefieder sie sich verstecken können, sollen sie sich darunter zusammenkuscheln. Die Kinder sind völlig aus dem Häuschen und sie stoßen mit ihrer Lehrerin auf das erste Küken an- mit Kükensekt (Orangensaft). Dann dauert es noch einen ganzen Tag, an dem nichts weiter passiert, aber am nächsten Morgen sitzen drei neue Küken im Apparat und so schlüpft ein Küken nach dem anderen aus dem Ei. Die Kinder schauen fasziniert zu, wie viel Kraft ein Küken braucht, um sich aus dem Ei zu befreien und immer wieder zwischendurch kraftlos Pause macht. Als zwölf kleine gelbe flauschige Küken zufrieden im Käfog sitzen, liegen immer noch vier Eier im Apparat. Aus Dreien ertönt Gepiepse und der Eizahn am Schnabel hat bereits ein kleines Loch in die Schale gepickt. Aber sie schaffen es nicht alleine heraus. Also wird ihnen geholfen. Mit einer Sprühflasche mit warmem Wasser wird alles befeuchtet und ganz vorsichtig werden drei weitere Küken aus dem Ei gepellt. Sie sind schwächer als die anderen und werden zum Trocknen noch eine Nacht in die Wärme des Automats gesetzt. Alle Kinder drücken die Daumen, dass sie es schaffen. Als sie die Nacht überlebt haben, dürfen sie zu den anderen in den großen Käfig. Dort herrscht bereits reges Treiben. Besonders, wenn die Klasse ein Lied anstimmt, fallen die Küken mit viel gepiepse mit ein. Die Kinder sind stolz jetzt die Kükenklasse zu sein und zeigen Kindern aus anderen Klassen bereitwillig die kleinen Küken. Ein paar Tage später dürfen die Küken auf die Hand genommen werden und so beginnt eine intensive Zeit. Denn immer nach dem Unterricht wird  mit unseren Schulbänkchen eine kleine Arena gebaut, in die sich die Kinder mit den Küken und etwas Futter vorsichtig hinein setzten und dann tollen die Küken auf den Beinen der Kinder herum, lassen sich in die Hand nehmen, streicheln und füttern. So gewöhnen sie sich an die Kinder, als ihre Bezugswesen. Als es wärmer wird, bekommen sie ein kleines Gehege und werden jeden Morgen von den Kindern dort hinein gebracht. Dazu sitzen die Küken auf den Köpfen und Schultern der Kinder und schauen sich alles ganz interessiert an. An den Wochenenden kümmern sich die Eltern mit der Lehrerin zusammen um die Küken und so wachsen und gedeihen sie prächtig. Die Kinder sind mit Feuereifer mit der Futterherstellung beschäftigt, pflücken Gänseblümchen, Löwenzahn, Brennnesseln, reiben Möhren und Äpfel und füttern Mehlwürmer und Haferflocken. Durch die enge Verbindung mit den Kindern müssen die Küken einiges aushalten, sind aber sehr zutraulich. Auch nehmen die Kinder sie samt Gehege mit auf den Spielplatz, damit sie dabei sein können. Die Kükenversorgung steht nun morgens an erster Stelle und die Zeit der Sommerferien rückt immer näher. Der Meerschweinchenkäfig wird langsam zu klein und so dürfen die Küken über die Sommerferien mit zu Frau M. auf den Hof zu anderen Tieren. Über die Ferien wird ein großer Hühnerstall geplant unter der Anleitung des neuen Werklehrers. Die inzwischen groß gewachsenen Junghühner kommen zur Schule zurück und bewohnen vorerst einen alten Hasenstall. Sie werden mit großem Hallo empfangen und die Kinder kümmern sich rührend um sie, suchen ihnen zwischen den Steinen Insekten und tragen sie auf dem Arm spazieren. Auch die übrige Schulgemeinschaft beobachtet die Hühnerschar oft und gerne. In den Klassenalltag ist die Versorgung der Hühner fest integriert. Es gibt einen Hühnerdienst von je zwei Kindern in der Woche, die sich um die Versorgung kümmern. Die Wochenenden und Ferien werden die Hühner abwechselnd von den Eltern, ihren Kindern und der Lehrerin versorgt. Wer Interesse hat mitzumachen und auch mal einen Hühnerdienst zu übernehmen, kann sich gerne melden.